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Hallo,
ich bin umgezogen.
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kubia's journal
Hallo,
ich bin umgezogen.
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Hallo,
jetzt bin ich also wieder zurück aus Strasbourg und es war doch ein wenig verwirrend, deshalb hier ein kleiner Touristenführer.
Gern gesehen: Canadian Women's Lit, Puns, Speck-und Zwiebelgeruch, Fachwerk, New Sentimentalism (als Term, nicht als Literatur), productive word-formation (per-verb), Kaffee, Baudelaire, süßes Bier, meine Kollegin Astrid von den Männern am Nebentisch.
Eher unerwünscht: Akkurate Historikerinnen, Rauchen, Gastgeberinnen mit dem falschen Namen ansprechen, Abschreiben.
Aus der heutigen Westfalenpost, interessant, wie man in meiner Heimatstadt die Menschen locken kann.
"Alle sind heiß wie Frittenfett"
Arnsberg. (fab) Die Rundturnhalle platzte aus allen Nähten: Zum Derby der Handball-Landesliga zwischen den ersten Herrenmannschaften des TV Arnsberg und des VFS Warstein ergatterten am Samstagabend 850 Zuschauer eines der heiß begehrten Tickets in einem Hexenkessel, der nicht nur von außen feurig rot glühte. Seit 20 Jahren hatten nicht mehr so viele Fans den Weg in die Rundturnhalle gefunden, die von Bürgermeister Vogel offiziell vor Spielbeginn wegen der abgeschlossenen Renovierungsmaßnahmen eingeweiht wurde.
Es ist knapp 18.30 Uhr, als ein nicht enden wollender Zuschauerstrom vom Hallenbad in Richtung Rundturnhalle zieht. Sie wollen das Aufeinandertreffen der besten Handballer des Sauerlandes sehen. Denn beim Spiel des Jahres geht es nicht nur um zwei Punkte, es geht um Prestige, um Ehre, um die Handballkrone des Sauerlandes.
"Die Spannung liegt schon seit einer Woche in der Luft", sagt TVA-Kassierer Fritz Rading. "Ein Dutzend Leute haben bei uns angerufen und wollten Karten vorbestellen." Auch auf dem Wochenmarkt hätte man überall über das Derby gesprochen.
"Der TVA ist doch immer ein Hit", sagt Heinz Bald auf dem Weg zur Tribüne. Der 60-jährige verpasst kein Spiel der Handballer. Auch heute nicht. "Meinen Blutdruck belastet das Ganze nicht". Ähnlich humorvoll nimmt es TVA-Übungsleiter Dirk Kubatzki. "Ich habe meine Herzsportgruppe heute Abend zum ersten Mal eingeladen. Die kommen dann mal so richtig auf Trab."
Bernd Rapude beobachtet die Zuschauer aus sicherer Entfernung vom Spielfeld aus. "Ich denke, wir haben alles gut organisiert", so der Geschäftsführer der TVA-Handballabteilung. Ordner sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Aus 1986 datiert der Zuschauerrekord des TVA. "In der Aufstiegsrunde waren beim Spiel gegen Recklinghausen 1200 Zuschauer in der Halle", erinnert sich Jugendwart Manfred Erk. "Bei so einem Spiel wie heute sind alle heiß wie Frittenfett", weiß Hallensprecher Dirk Lympius, Trainer der Ersten zu Arnsbergs goldenen Oberligazeiten in den 70er Jahren.
23.10.2005
1) Menschen werden schlechter, wenn sie in festen Hierarchien aufsteigen (Vermutlich richtig, kenne aber auch nette Ausnahmen, wird wohl an meinem Freundeskreis liegen. Ich mag euch alle!)
2) Der erste Film von David Cronenberg ist eine interessante Umwertung des Parasiten-Themas (muss ihn also mal sehen!)
3) Ich muss mich in mehr Mailinglisten eintragen. (ist schon längst geschehen)
4) Podcasts sind das neue Radio (stand auch so im Spiegel, aber so lang man die noch nicht ins Auto geliefert bekommt, glaub ich nicht dran. Was ist außerdem mit den Info-Sendungen?)
5) Ulf Poschardt ist böse!
Das dieser Ulf Poschardt Artikel so ein großes Thema werden könnte, hätte ich ja nun überhaupt nicht gedacht. Vor allen Dingen nicht, weil Ulf Poschardt ja nun schon immer einer dieser Typen waren, die für die soziale Komponente ihres Tuns überhaupt keinen Blick hatten. Ich weiß nicht mehr, wer es war, der geschrieben hat, dass die mittleren Neunziger eine ziemlich katastrophale Zeit gewesen sein müssen, wenn man mit jemandem wie Poschardt auf der gleichen Seite stand, aber es stimmt. Trotz allem Spaß, den die Lektüre des SZ-Magazins bisweilen machte, war schon irgendwie klar, dass diese Zeitung für eine Käuferschicht gemacht war, mit der man selber politisch nicht soviel gemeinsam hatte.
Warum aber die Aufregung? Spricht der nicht eigentlich nur aus, was irgendwie jedem hätte klar sein müssen, dass nämlich der Konsum vermeintlich "dissidenter" Kultur und eine linke politische Einstellung keine Zwangsehe eingehen müssen? Dass mit Spex-Lesen immer auch ein Distinktions-Gewinn verbunden war, sich irgendwie besser mit Musik, Film oder Literatur auszukennen (was natürlich nicht zwangsläufig auch die Auseinandersetzung mit den in der Spex besprochenen Kulturgüter mit sich brachte)? Irgendwie ähnelt diese Debatte dann ja schon wieder dem Thema, dass auch Heath and Potter in "The Rebel Sell" angesprochen haben: der entpolitisierte Konsum vermeintlich dissidenter Kulturgüter vs. die konkrete Politik im kleinen, bzw. im Fall von Poschardts Wahlempfehlung, auf der Bundesebene. Dumm, wenn man hier Partei ergreifen müsste. Und noch dümmer, wenn man in Marburg festsitzt, wo politisch legitime Kulturgüter aus Brecht, Hochhuth und Ska-Bands bestehen.
Es ist natürlich viel zu leicht, an dieser Stelle Diederich Diederichsen ins Spiel zu bringen, aber ich will es trotzdem tun. Wenn ich es richtig verstehe, hat Poschardt gerade seinen "Boheme-Marxismus" als das falsche Leben im Richtigen bezeichnet:
"Thea Dorn hat zu Recht darauf hingewiesen, dass im Menschen- bzw. Staatsverständnis große Schnittmengen zwischen linken und liberalen Ideen bestehen, dass aber gleichzeitig ein Millieutrauma vorherrscht, dass "alle - außer den Linken - dumpfe, katholische, saumagenfressende, homohassende, rassistische, frauen-hinter-den-herd-prügelnde Neandertaler sind". Weitere Schisma: die Westbindung. Der Antiamerikanismus, verschwistert mit dem Antikapitalismus, unselig verwandt mit dem Antisemitismus, markiert ebenfalls eine Bruchstelle. Da ist die Linke den Erzreaktionären wie Hohmann und von Stahl nahe." so charakterisiert Poschardt also die sog. Poplinke, bzw. das, was von ihr am Tage übrigbleibt.
Und was soll ich sagen: schauen wir doch einfach mal in die FDP. Ehrenvorsitzender ist ein Mensch namens Otto Graf Lambsdorff, der auch schon mal alte Nazis in seiner Partei unterbringen wollte und bei den Zwangsarbeiter-Verhandlungen tätig daran mitwirkte, die deutsche Geschichte um einen weiteren Schlusstrich zu erweitern. Dann haben wir Guido Westerwelle, dem man sicherlich keine Homophobie vorwerfen kann, der aber kein Problem damit hatte, dem Antisemiten Möllemann eine prominente Rolle in der Partei zuzuerkennen. Und die soll man wählen?
Diederichsen sagte das natürlich schlauer als ich:
"Er (Poschardt) verbreitet die üblichen neoliberalen Slogans, dass es den Armen besser gehe, wenn sie mehr Eigenverantwortung übernehmen. Er ist gegen zu viel Staat und gegen Umverteilung. Und er erkennt im Aufgehen des neoliberalen Sterns mit Bloch (!) eine "Ästhetik des Vorscheins", die der Linken verloren gegangen sei. Der Zwang, das NOW! geil zu finden, ist so stark, dass, wenn keine Utopie in Sicht, einfach die Dystopie zur Utopie gemacht wird. Wie alle neoliberalen Ideologen badet er in dem Selbstwiderspruch, einerseits sei die Globalisierung eine unausweichliche Entwicklung, der man sich stellen müsse, auch wenn das hart ist. Zugleich aber berge sie viele Chancen und sei die toffeste Wirtschaftsordnung, die die Welt sich wünschen könne."
Deswegen darf er ja auch für die SZ schreiben und ich nur bei Livejournal...
3 Folgen ist die neue Staffel von Veronica Mars jetzt alt und die Spannung steigt ins Unermessliche. Nach dem brillanten Finale der letzten Season kommt eine etwas überladene Rückblick-Folge mit dem Titel "Normal is the Watchword", vermutlich war UPN der Beginn der Season keinen Piloten wert, aber bereits am Ende der Folge sind wir mitten im Geschehen.
Ein mysteriöser Unfall harrt der Aufklärung, außerdem ist nicht sicher, inwieweit Veronicas Ex-Freund das ihm angehängte Verbrechen wirklich verübt hat (trotz gerichtlichem Freispruch) und so weiter und so fort. Folge 2 beinhaltet übrigens einen Gastauftritt von Kevin Smith, selbsterklärtem Teenie-Serien Fan, Regisseur von leider etwas langweiligen, aber bekannten Filmen wie Dogma und seinem (sic!) Erstlingswerk "Clerks" (toll und weniger bekannt). Interessanterweise war er zuvor bereits Gast in einer Folge der neuesten Degrassi-Serie, von der ich leider in Deutschland noch nichts gesehen (und bis letzte Woche auch noch nichts gehört!), aber das wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.
Ebenfalls endlich wird man in Deutschland auch wieder einmal vom Animal Collective hören. Am 8.11. ist Tourstart in Frankfurt und weil bis dahin meine Examensarbeit fertig ist, bin ich dort.
Schon seit Oasis kann ich meine Meinung über den britischen Gitarrenpop eigentlich nur in der Diktion der Gallagher-Brüder ausdrücken. Mit einigen Ausnahmen (z.B. das wunderbare Twisted Nerve-Label aus Manchester) konnte man mit der traurigen Gegenwart des Post-Thatcheristischen Englands Tony Blairs eigentlich nur klarkommen, wenn man "don't look back in anger" wörtlich nahm. Daran konnten auch nach Thronfolgern oder Gefolgsleuten benannte selbsterklärte Bohemiens nicht ändern, denen Mark Stewart vollkommen zu Recht vorgeworfen hat, alles nur irgendwie migrantisch anmutende (Northern Soul, Ska) aus dem englischen Pop zu ignorieren. Nur Art Brut machten dabei irgendwie auch noch den nötigen Spaß, aber Spinal Tap haben ja zum Glück dann auch den nötigen Grabstein auf Glam-Rock gesetzt.
Auch das Debüt von The Rakes könnte man erstmal ohne Probleme in diese Ecke abschieben. Vier ziemlich gut aussehende junge Männer, veröffentlicht bei V2 und natürlich mit der obligatorischen Vorsilbe ausgestattet, ohne schlechtes Gewissen könnte man diese Band auf den Müllhaufen der Geschichte werfen, wenn man nicht irgendwann beim Zuhören mal kurz aufhorchen müsste. Was genau war jetzt mit dem "22 Grand Job" falsch? "There's nothing golden on Golden Lane"? "I just drift along with no focus or meaning"? Das erinnert doch nicht nur musikalisch an Gang of Fours "Natural's not in it", Pete Dohertys öffentlich zelebrierte Idylle der koksenden Selbstzerstörung scheint hier auf jeden Fall zwischen Day Job (Work, Work, Work) und dem obligatorischen binge drinking (Pub, Club, Sleep) auf der zugekotzten Toilette hängengeblieben zu sein. Stattdessen scheint Sänger Alan Donahue einzulösen, was John Harris im Guardian schon vor einiger Zeit vom englischen Pop forderte. Hinfort mit der falsettigen und thesaurus-tapezierten Renovierung des romantischen Innenlebens im Osterglocken-Muster, ab in die U-Bahn und mal wieder schauen, wie weit man eigentlich mit dem betörenden Lächeln auf der Pfund-Note so kommt.
Den authentischen Ausdruck der vermutlich dauerhaft proletarisierten englischen "Working Class" wird man trotzdem woanders suchen müssen, aber das war bei Gang of Four nicht anders. Doch im Gegensatz zum unerträglichen Damon Albarn wird Alan Donahue wohl erstmal nicht den Wahlkampf-Roadie für Tony Blair geben.
Das Metier des Rezensions-Essays ist anscheinend etwas, das ehemalige Spex-Journalisten gut beherrschen. Zum Beispiel in der aktuellen Ausgabe der Literaturen. Tom Holert schreibt über den aktuellen Stand in Sachen Jugendkultur, Dissidenz, Subversion uswusf. Anlass ist ein Roman, in dem ein ziemlich gelangweilter Mittzwanziger ein Buch mit Hitler-Reden in die Finger bekommt, was er irgendwie als den letzten Kick zu betrachten scheint. Ich hab den Titel vergessen, es war ein skandinavisches Buch, interessanter wurde es danach: Holert besprach mehrere Neuerscheinungen aus dem (semi-) akademischen Bereich, u.a. ein Buch der beiden Kanadier Heath und Potter mit dem Titel "The Rebel Sell" (Deutsch bei Zweitausendeins).
Ausgehend von der Behauptung Kalle Lasns, dem Chefredakteur von Adbusters, dass "Culture Jamming" die dominante Form politischen Engagements der späten 90er Jahre werden würde, entdecken die Autoren "The Paradox of Anti-Consumerism": obwohl wir alle den Konsum ablehnen, kaufen wir natürlich trotzdem weiter ein. Aber nicht irgendwas, nein, seit der "Counter-Culture" der 60er stellen die standartisierten Erzeugnisse der Massenproduktion und -kultur gewissermaßen den Gegenstand der Kritik, egal ob es sich dabei um Waren oder ihre Produzenten handelt. Und so kommt es dann zur Herausbildung von Geschmacksdistinktionen, die andeuten, dass wir irgendwie besser informiert, reicher oder einfach nur geschmackssicherer sind als unsere next-door-neighbours. Das sei jedoch irgendwie auch ziemlich anstrengend, deshalb würden die Menschen angeblich nicht glücklicher durch diese Form des Konsums. Ökonomen hätten für den Zusammenhang von persönlichem Lebensglück und steigendem Einkommen die Grenze von einem verfügbaren Jahreseinkommen von ca. 10.000 $ pro Kopf errechnet, danach sei kein Zusammenhang der beiden Faktoren mehr erkennbar.
Als Alternative propagieren Heath and Potter ziemlich eindeutig das spezifische soziale und politische Engagement, sozusagen eine Rückkehr zu Gramsci, dessen Schriften sie jedoch nur oberflächlich rezipiert zu haben scheinen und seiner Idee des Grabenkampfs. Das ist nicht sonderlich originell, aber doch sehr zutreffend. Die beiden zeigen dies spezifisch an Naomi Kleins These, dass die Macht großer Firmen in erster Linie symbolisch und eben nicht ökonomisch sei, eine These, die ja auch beim Erscheinen von No Logo schon scharf kritisiert wurde (z.B. in Konkret). Meine Mitbewohnerin brachte letztens aus den USA eine Kopie des Adbusters-Magazins mit und ich war doch ein wenig erstaunt, wie wenig dort eigentlich über Ökonomie und Politik steht, es war ziemlich nah an Null. Stattdessen zog sich ein etwas merkwürdiger Mix aus Aktivismus und Teenage Angst durch das Heft, sozusagen die sympathischere Variante von Neon, aber das ist ja auch schon mal was wert.
So lesenswert das Buch der beiden Autoren nach den Auszügen auch scheint, irgendwie ist hier doch eine ähnliche Form von Schattenboxen am Werk, die schon diese merkwürdige Polarität von Kultur- und Politlinken kennzeichnet, wobei letztere ja seltsamerweise häufig kein Problem damit haben, dass ihr großes Idol Brecht bei einem Verlag als Goldesel dient, der auch die Werke von Martin Walser verlegt hat. Holert, eigentlich wohl eher auf der anderen Seite zu suchen, schließt aus der Lektüre übrigens zuerst eins: dass sich politisches Engagement nicht qua Distinktion kaufen lässt. Und noch einen Gedanken verkneift er sich zum Glück nicht: die Möglichkeit kulturell und politisch bedeutsamer Aktivität, die sich weder eindeutig dem einen noch dem anderen Pol zuordnen lässt. Über deren Vorhandensein schweigt er sich jedoch aus und hier zeigt sich ein Dilemma, das diese Form von Kulturkritik nicht lösen können wird. Wenn das Phänomen in Print gesetzt ist, ist die Sache meistens schon gestorben.
"Screamo-Menschen glauben daran, dass man seine Emotionen am besten herausschreit." So lautete der Satz, den mir Dennis gestern von seiner Ex-Freundin Virginia überlieferte. Und ich Dummkopf hatte immer gedacht, bei Emo-, Screamo- oder sonstwas-Core würde es erstmal wichtig sein, qua zur Schau gestellter emotionaler Unmittelbarkeit möglichst gut bei den Mädels VOR der Bühne anzukommen.
Denn eins meiner Core-Prejudices habe ich gerade mal wieder bestätigt bekommen. Wie schon Straight Edge oder die Hardcore-Szene der mittleren Neunziger scheint sich die Emo-Szene überwiegend aus männlichen Musikern und weiblichen Fans zu bestehen. Klare Aufgabenverteilung, da kann auch eine ausführliche Lektüre dieser wirklich informativen Artikel nichts ändern. Ein wenig verwirrt bin ich allerdings immer noch über die Genre-Bezeichnungen:
"Emo was made in the 1980s, and 90s. When they started Labeling indie, pop rock, and pop suicide rock as EmoCore. Now we have Emo, Emocore, and Screamo. Screamo is if the band plays old school Emo, Emo is new school Emo, and Emocore is also new school Emo, but also old school. Screamo is also a harder Emo." (Wikipedia)
Na, jetzt ist doch alles klar, hier wartet ein harter Brocken Arbeit auf die Redaktion des OED. Interessant fand ich dann aber doch, was die Wikipedia-Autoren im letzten Absatz zu sagen hatten:
"In recent years, the derision has increased dramatically. Male fans of emo are often hit with homosexual slurs, largely a reflection of the "nerd" style of dress popular within the emo scene and the fact that in many cultures, males are expected to be stalwart and strong, not overly emotional; emotions are "weak" and "feminine". That mentality, however, hasn't stopped people from enjoying the style and music of the emo scene."
Das erstaunt mich schon, konnte ich mir doch nichts vorstellen, was mehr hetero wäre als diese ironiefreie Jungsmusik mit ihrem Breitwandsound und ziemlich formelhaften Songwriting. Aber das Leben ist ein ewiger Volkshochschulkurs: dies und dies möge als Beweis dienen, dass auch Emoisten humorvolle Menschen sind. Von ehemaligen Punks wussten wir das ja schon immer.
Mein Mitbewohner Vincent hat die Nase voll von DDR-Filmen. Und nachdem wir gestern der neuen Boje Buck-Produktion "NVA" ausgesetzt waren, kann ich ihm nur zustimmen.
Die Geschichte ist schnell erzählt, ein Haufen Stereotype (der Dichter, der Lebemann, der gutmütige und leichtgläubige Dicke, der christliche Allergiker und der vorauseilend Gehorsame) beginnt den Grundwehrdienst, der ihnen das "Individuelle" austreiben soll, aber glücklicherweise haben die Drehbuchschreiber diese Aufgabe bereits erledigt, so dass sich die Offiziere voraussehend dümmlich, homosexuell und autoritär gebärden dürfen, während der Dicke betrogen, der Allergiker anerkannt, der Schleimer Opfer seiner selbst wird. Der Lebemann wird von der Militärpolizei gebrochen und vom Rock 'n' Roll wieder erweckt, der Dichter verliert die erste große Liebe um sie in der Tochter des Befehlshabers wiederzufinden (natürlich vor dem Hintergrund des Sonnenuntergangs) und gegen Ende des Films suchen alle dann das Neue im Westen.
15 Jahre später werden wir dann mit den Resultaten konfrontiert: die DDR als unerschöpflicher Ideenspender für unerträgliche Teenieklamotten und hier zeigt sich dann das ganze Elend: M.A.S.H. und Catch-22 demonstrieren die Absurdität militärischer Hierarchien, "NVA" dagegen die Humorlosigkeit des wiedervereinigten Deutschlands.
Grund zur Freude sind jedoch die Aktivitäten des umtriebigen Labels tUMULt aus San Francisco. Labelbetreiber Andy führt nebenbei mit Aquarius Records noch einen der bestsortiersten Plattenläden der Welt und hat sich seinen Platz im protestantischen Arbeitsbienenhimmel durch die Wiederveröffentlichung der wirklich famosen Souled American-Alben wohl endgültig gesichert.
"Goin' home isn't like goin' home anymore!"